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Generationsübergreifendes Ehrenamt: Wir sind füreinander da

Wer als kleiner Mensch in diese Gesellschaft hineingeboren wird, hat, ohne es zu wissen, bereits einen Vertrag unterschrieben: den Generationenvertrag. Das Kleingedruckte im Vertrag sieht vor: Der kleine Mensch wächst heran, besucht die Schule, ergreift einen Beruf, zahlt Rentenbeiträge. Die Rentenkasse verwaltet seine Beiträge und zahlt sie älteren Menschen als Rente aus. Die älteren Menschen vertrauen darauf, dass der Jüngere seinen Teil des Vertrages erfüllt, schließlich haben sie sich ihren Rentenanspruch hart erarbeitet. Und der Jüngere vertraut darauf, dass die Generation nach ihm ebenfalls diesen Vertrag erfüllt, schließlich will auch er in den Genuss einer Rente kommen. Dieser Generationenvertrag bemisst sich in Cent und Euro. Daneben gibt es noch viele, viele andere Leistungen, die eine Generation für eine andere erbringt. Ohne die Leistungen anderer wäre ein kleiner Mensch gar nicht lebensfähig. Denn vieles, was er in seinen ersten Lebensjahren lernen muss, übernimmt er von anderen. Viele dieser Leistungen sind nicht angeboren. Alles, worauf ein Kind später stolz ist, was seine Persönlichkeit ausmacht, also das, was es weiß und kann, was es denkt und fühlt, ja sogar das, was es wünscht und träumt, verdankt es dem Umstand, dass andere Menschen ihm geholfen haben. Sie halfen ihm, das eigene Gehirn zu nutzen und auszugestalten, stellt der Göttinger Hirnforscher Gerald Hüther klar. In einem Buchbeitrag schreibt er: "Ohne erwachsene Vorbilder hätte ein Kind womöglich noch nicht einmal aufrecht zu gehen gelernt, es wäre nicht in der Lage, sich in einer bestimmten Sprache auszudrücken, es wüsste nicht, was essbar und was giftig und gefährlich ist. Auch wir selbst hätten weder Fahrrad zu fahren noch irgendein hierzulande alltägliches Gerät zu bedienen gelernt. Wir könnten nicht schreiben, lesen und rechnen, auch nicht musizieren, singen und tanzen, wenn uns niemand gezeigt hätte, wie das geht."

 

Jüngere profitieren von Älteren bis ins hohe Alter

 

Erstaunlich ist, dass Menschen bis ins hohe Alter für die eigene Familie und für andere tätig sein können. Nur ein kleiner Teil der Älteren ist bedürftig und muss gepflegt werden. Die Bremer Alterspsychologin Ursula M. Staudinger betont in einem Artikel, dass bis zum Alter von etwa 85 Jahren die Balance zwischen geleisteter und erhaltender Unterstützung ausgeglichen erscheine; erst danach überwiege die erhaltene Unterstützung, obwohl auch dann noch von den sehr alten Menschen beträchtliche Unterstützungsleistungen erbracht würden. Das heißt: Jüngere profitieren von Älteren bis ins hohe Alter. Es ist Zeit, das anzuerkennen.Olga Rutz, 15, aus Augsburg, staunt. Heute haben die Senioren wieder die Nase vorn. Sie wissen einfach alles. Kaum eine Frage des Ratespiels bleibt unbeantwortet. Die 80-Jährigen geben mühelos Auskunft. Sie wissen, welche Zutaten in einem Meisenknödel versteckt sind, wie man eine Feuerzangenbowle zubereitet, wie man den Namen der Schauspielerin Cornelia Froboess ausspricht und dass die Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch ausgetragen wurden. Spiele-Nachmittag im Paritätischen Hospitalstift in Augsburg. Im Speisesaal sitzen rund 30 alte Menschen in Gruppen zusammen. Die meisten beugen ihre Köpfe über "Mensch ärgere dich nicht". An einem Tisch mit acht Frauen und einem Mann ist das Ratespiel in vollem Gang. Nur gut, dass Olga die Fragen stellen darf und die Antworten im Spielebuch überprüfen kann. Müsste sie mitraten, sie bliebe viele Antworten schuldig. Etwa wie groß ein Ster Holz ist oder in welcher Sportart Rosi Mittermaier ihre Goldmedaillen gewann.

 

Jugendliche machen sich für ihre Mitmenschen stark

 

"Man kann viel lernen hier", sagt die 15-Jährige und meint nicht nur das Ratespiel. Ihr ehrenamtlicher Einsatz im Altersheim zahlt sich aus. "Ich kriege etwas von den Menschen hier und habe das Gefühl, willkommen zu sein. Sie geben mir etwas Warmes." Als in der Agnes-Bernauer-Realschule, in der sie die achte Klasse besucht, zum ehrenamtlichen Einsatz aufgerufen wurde, war Olga noch unschlüssig, welche Aufgabe sie wählen sollte: im Kindergarten helfen, im Tierheim Elefanten füttern oder alte Menschen im Seniorenheim betreuen? Das "change-in-Programm", mit dem der Stadtjugendring und das Freiwilligenzentrum Augsburg Acht- und Neuntklässler an einen freiwilligen Einsatz heranführen will, bietet viele Möglichkeiten. Olga hat ihre Wahl nicht bereut. "Zuerst konnte ich mir nichts vorstellen unter dem Einsatz, aber dann haben wir ein Video gesehen, da hieß es: spielen, reden, spazieren gehen. Das hat mir gefallen." 40 Stunden in vier Monaten wird Olga nun im Hospitalstift freiwillig ableisten. Am Ende wird ihr Einsatz mit einem Zertifikat belohnt, das nicht nur dokumentiert, dass sie pünktlich und verantwortungsbewusst am Projekt teilgenommen hat, sondern es wird ein erster kleiner Baustein sein auf dem Weg zum Berufsziel. "Ich will nämlich Psychologin werden", verrät die 15-Jährige. "Und dafür ist es wichtig, mit anderen Menschen zurecht zu kommen. Ich weiß, dass ich mich mit jungen Menschen gut verstehen kann, jetzt versuche ich es auch mit den Älteren." Total cool findet sie die flotten Sprüche der Älteren. Etwa wenn Frau L., 86, nach dem Schlagersänger Vico Torriani gefragt wird und ausnahmsweise keine Antwort weiß, sich aber entschuldigt: "Mir hat er noch nie vorgesungen."Wie bei Olga ist auch bei anderen Jugendlichen die Bereitschaft hoch, sich für andere zu engagieren - überraschend hoch, wie der Freiwilligensurvey des Bundesfamilienministeriums belegt. 2004 bestätigte diese bislang größte Untersuchung zum bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland, die erstmals 1999 stattfand: 42 Prozent der Jugendlichen ist aktiv im Sportverein, bei der Feuerwehr, in der Schülermitverwaltung, in Jugendgruppen; weitere 37 Prozent übernehmen zusätzlich auf freiwilliger Basis Aufgaben oder Ehrenämter. Jugendliche engagieren sich vor allem dann, wenn es sie qualifiziert und es ihnen beruflich nützt. Allerdings sind es vor allem Jugendliche aus der Mittelschicht, die aktiv sind.

 

Viele junge Menschen haben ein negatives Bild vom Alter

 

Besonders beliebt sind Einsätze für die eigene Altersgruppe und für Kinder. Während sich Senioren ausgesprochen gerne für jüngere Generationen engagieren, ist es bei den Jugendlichen umgekehrt nur ein Prozent. Das hängt, so die Fachleute, auch mit einem negativen Altersbild der Jugendlichen zusammen."Die meisten jungen Leute tun sich schwer mit alten Menschen", bestätigt die 15-jährige Olga Rust. "Aber seit ich im Seniorenheim arbeite, kann ich mir vorstellen, dass auch ich einmal so alt sein werde." Wenn sie Senioren in der Straßenbahn begegnet, findet es die Schülerin mittlerweile nur fair, ihren Platz freizumachen. "Es hat etwas mit Respekt zu tun", meint sie. "Und wenn ich einmal alt bin, dann hoffe ich, dass auch ich junge Leute finde, die freundlich zu mir sind."

 

Noch nie haben so viele Altersgruppen miteinander gelebt

 

Olgas Chancen, einmal sehr alt zu werden, stehen hoch. Die über 90-Jährigen sind die derzeit am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe in Deutschland. Weil die Lebenserwartung steigt, haben noch zu keiner Zeit so viele Altersgruppen mit- und nebeneinander gelebt wie heute. Auch innerhalb von Familien war die Lebenszeit, die Generationen miteinander verbringen, noch nie so lang wie heute: Familien umfassen drei oder vier, zuweilen sogar fünf Generationen. Die Lebenszeit von Eltern und Kindern überschneidet sich mitunter länger als 70 Jahre. Die Gelegenheit zum Austausch unter den Generationen ist da, man muss sie nur ergreifen. Damit die Gesellschaft in Zukunft nicht auseinanderdriftet, hat das Bundesfamilienministerium eine Reihe von Initiativen gestartet. Da sind zum einen die Mehrgenerationenhäuser, die Begegnungsräume für Alt und Jung sein sollen. Menschen unterschiedlicher Altersgruppen sollen vor Ort Dienstleistungen austauschen können: Angefangen vom Wäscheservice oder Computerkurs über die Leih-Oma bis hin zum Mittagstisch für Schulkinder. Daneben hat das Ministerium 2005 ein umfangreiches Modellvorhaben gestartet, um generationsübergreifendes Engagement zu fördern. Zahlreiche lokale Projekte sind das Ergebnis. Das Projektbüro "Dialog der Generationen" (www.generationendialog.de) in Berlin nennt eine Größenordnung von 10.000 generationsübergreifenden Initiativen bundesweit. Die meisten generationsübergreifenden Projekte werden von den Älteren, oft von Einzelpersonen, initiiert. Sie engagieren sich für Jüngere als Jobpaten, in Schulprojekten, sie verbinden die Lebenswelten von Jung und Alt. Im Bundesmodellprogramm "Erfahrungswissen für Initiativen" motivieren SeniortrainerInnen zu generationsübergreifendem Engagement, so entsteht etwa in Düsseldorf ein Kulturzentrum der Generationen.

 

Ehrenamtsarbeit will eingeübt sein

 

Aber auch die junge Generation muss gezielt angesprochen werden. Denn: Ehrenamtsarbeit will eingeübt sein. Das mahnt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin an. Ob sich Ruheständler sozial engagieren, hänge wesentlich von den eigenen aktiven Erfahrungen mit ehrenamtlicher Tätigkeit ab, so das Institut. Entgegen der verbreiteten Meinung sei Freizeit nicht entscheidend für ein soziales Engagement von RentnerInnen. Ältere Menschen, die sich nicht bereits früher freiwillig engagiert haben, würden dies wahrscheinlich auch nach Renteneintritt nicht tun. Für Mechthild Keller ist soziales Engagement seit Jahrzehnten Ehrensache. Drei Wahlperioden amtierte die Kölnerin im Frauenbund als Diözesanvorsitzende, bevor sie diese Aufgabe vor einem Jahr ihrer Nachfolgerin übergab. Jetzt hat sie sich einen neuen Wirkungskreis gesucht, von dem sie gerne erzählt. Beispielsweise von dem kleinen Jungen mit den dunklen Augen. Sie war ihm im Kindergarten begegnet. Und er hatte sich immer wieder mit denselben eindringlichen Worten an Mechthild Keller gewandt: "Du nicht Keller, du Frau!" Mit Nachdruck wiederholte er diesen Satz. Erst wusste Mechthild Keller nicht recht, was gemeint war. Dann ging ihr ein Licht auf. Etwas gerührt verrät sie: "Der Kleine wollte meinen Namen nicht mit einem dunklen Keller in Verbindung bringen."

 

Lichtblick im Kindergarten als Vorlese-Oma

 

Kein Wunder, denn schließlich ist Frau Keller ein Lichtblick im Kindergarten am Glockenblumenweg in Köln-Holweide. Der Stadtteil ist ein sozialer Brennpunkt mit hohem Ausländeranteil. Viele türkische Familien leben dort. Sie tun sich schwer mit der deutschen Sprache. Deshalb haben die Erzieherinnen Mechthild Keller angesprochen. Jetzt ist die KDFB-Frau ehrenamtliche Vorlese-Omi. Einmal pro Woche kommt sie mit einem Stapel Kinderbücher nach Holweide. Mal ist Rotkäppchen dran, mal eine Seeräuber-Geschichte, dann wieder die Prinzessinnen-Welt. Mechthild Keller kann mittlerweile gut einschätzen, was ihrer Zuhörerschaft gefällt. "Die Fünfjährigen bevorzugen Action-Geschichten oder ,Die kleine Hexe', bei den Kleineren sind Tiergeschichten mit Elefanten und Pinguinen der Renner." Wer vorliest, muss auch damit rechnen, dass eine Geschichte mal nicht so gut ankommt. "Kinder sind kritisch, das muss man ertragen", meint die Vorlese-Omi. Und Kinder wissen genau, was sie wollen: Wenn Rotkäppchen dran ist, muss Mechthild Keller die einzelnen Rollen verkörpern. Sie schnarcht, wenn der Wolf schnarchen soll, sie spricht mit hoher, zarter Stimme, wenn Rotkäppchen Angst hat. "Wenn man das Märchen vorliest, wird man selbst zu Rotkäppchen", verrät sie. Durch ihren lebendigen Vortrag wird aus den gedruckten Worten in den Kinderbüchern ein tolles Abenteuer.Das Ehrenamt bringt Mechthild Keller viel Spaß. Die ausgebildete Krankengymnastin hat früher mit körperbehinderten und haltungsgeschädigten Kindern gearbeitet. Dass sie, die selbst kinderlos ist, einen guten Zugang zu Kindern hat, war ihr bewusst. Das Ehrenamt gibt ihr die Gelegenheit, mit der jungen Generation in Kontakt zu bleiben. "Ich verfolge die Entwicklung von einzelnen Kindern. Ihre Sprachbeherrschung wird mit der Zeit immer besser, vor allem, weil ich sie die Geschichten mit eigenen Worten nacherzählen lasse. Wenn die Kinder dann in die Schule kommen, bin ich traurig", gesteht die KDFB-Frau. Wie die Kinder von Holweide ist jeder darauf angewiesen, dass es andere, Ältere, Erfahrenere gut mit ihm meinen. Das Engagement für die nächsten Generationen ist eine Herzenssache, die Früchte trägt, weit über die eigene Lebensspanne hinaus. Das zeigt eine Geschichte, die aus vielen Kulturen überliefert ist: Ein alter Mann pflanzt in seinem Garten einen Nussbaum. Ein anderer, der zufällig vorbei kommt, fragt, was er da mache. "Ich pflanze einen Nussbaum!" – "Wieso das?", fragt der andere, "du bist so alt, du wirst die Nüsse nicht mehr ernten können!" - "Das weiß ich", antwortet der Gärtner, "auch ich habe Nüsse von Bäumen gegessen, die ich nicht gepflanzt habe."

 

Eva-Maria Gras

 

Alt, aber oho! Forscherin Ursula Lehr unterstreicht das Potenzial der Seniorinnen und Senioren

 

Professor Ursula Lehr, 77, gilt als führende Wissenschaftlerin der Alternsforschung. Die gebürtige Frankfurterin war von 1988 bis 1991 Bundesfamilienministerin und gründete 1995 das Deutsche Zentrum für Alternsforschung in Heidelberg. Den Teilnehmerinnen der bundesweiten Arbeitskonferenz des KDFB erläuterte sie im Februar 2007 die Herausforderungen des demographischen Wandels in Deutschland.

KDFB Engagiert: Welches Potenzial sehen Sie in den alten Menschen in Deutschland?

Ursula Lehr: Wenn man heute in Pension oder Rente geht, dann hat man noch – im Durchschnitt! - 25 weitere Lebensjahre vor sich. 1950 betrug diese Zeit im Durchschnitt zwei Jahre! Noch bis Ende der 60er Jahre war von den meisten Menschen das Berufsende gefürchtet und wurde als "Anfang vom Ende" gesehen. Heute wird es von vielen herbeigesehnt und als Beginn einer neuen Lebensphase erlebt. Wenn das jüngste Kind das Elternhaus verlässt, hat die Mutter oft noch das halbe Leben vor sich. Wir leben in einer Gesellschaft des langen Lebens. Sehen wir darin nicht ein Problem, sondern eine Chance! Spüren wir die vielen Möglichkeiten der gewonnenen Jahre auf - und nutzen diese! Machen wir die gewonnenen Jahre zu erfüllten Jahren. Wir müssen nicht dem Alternsprozess hilflos ausgesetzt sein, wir können ihn gestalten.

KDFB Engagiert: Weshalb sind Ältere so wichtig für die Gesellschaft?

Ursula Lehr: Wir brauchen die Älteren in der Politik, in der Wirtschaft, in den Verwaltungen - und auch in der Kirche. Freilich, wir brauchen auch die Ideen der Jüngeren, ihre Dynamik, ihren Schwung, ihr Drängen nach Veränderung. Aber wir brauchen auch den Rat der Erfahrenen, die sorgsam zwischen gegebenen Möglichkeiten und Grenzen abwägen. Wir brauchen das Miteinander der Generationen!

KDFB Engagiert: Wo können sich Ältere einbringen?

Ursula Lehr: Es tun sich eine Menge von möglichen Handlungsfeldern auf. Wir müssen fragen: Wo werden Einsätze hier in unserer Gemeinde, in unserer Region, in unserer Stadt, in unserem Stadtteil, in unserer Nachbarschaft gebraucht? Ist es die Pfarrbibliothek, die länger geöffnet sein sollte? Ist es das Schwimmbad, das wegen fehlender Badeaufsicht erst nach 13 Uhr geöffnet wird, während viele Berufstätige und vor allem Senioren gerne morgens früh ihre Bahnen schwimmen. Kann hier ein freiwilliger Senioren-Aufsichtsdienst eingerichtet werden? Findet sich eine vertrauenswürdige Person, die sich an die Kasse setzt? Ist in manchen Gegenden ein Begleitdienst für Schulanfänger zur Schule sinnvoll, um die berufstätigen Eltern zu entlasten? Mittlerweile gibt es eine Reihe von vorbildlichen und zukunftsorientierten Projekten, die eine Vielzahl von übernommenen Aufgaben älterer Menschen deutlich machen.

KDFB Engagiert: Was bewirken diese Aktivitäten der Älteren?

Ursula Lehr: Durch bürgerschaftliches Engagement gelingt einmal eine Gestaltung des Alters für den Einzelnen selbst. Es geht aber vor allem auch um einen Beitrag Älterer für die Gesellschaft. Durch diese Aktivitäten ändert sich das Altersbild in der Gesellschaft. Anstatt Ältere als Risikofaktoren für die zukünftige Lebensqualität in den Gemeinden zu betrachten, werden sie als wertvolle Ressource geschätzt, die das Zusammenleben aller bereichert. Die Lebenserfahrung, die Kompetenz, das Wissen und die Zeit, die Älteren (meistens) zur Verfügung steht, sind als Motor für gesellschaftliche Veränderungen zu begreifen.

KDFB Engagiert: Was ist zur Umsetzung nötig?

Ursula Lehr: Auch das Ehrenamt braucht eine "berufsbegleitende" Weiterbildung, braucht vor allem gegenseitige Aussprache, begleitende Beratung, Erfahrungsaustausch, gegenseitige Ermutigung. Es sollte nicht heißen: Frau X, Herr Y ist zu allem bereit, aber zu nichts brauchbar! Das Ehrenamt wird von den meisten Senioren und Seniorinnen keineswegs als Belastung erlebt, sondern als Bereicherung, als Gewinn - auch als Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.

KDFB Engagiert-Die Christliche Frau, Ausgabe 1/2008


Eingestellt: 8.05.08